Auf der Zielgeraden

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Auf der Zielgeraden

Postby Knautscher » Sat 25 May 2013 09:47

Moin!

In ungefähr 5 Tagen ist es soweit und ALB wird Vollversion. Ich muss sagen: Ich finde das Spiel wird besser und besser! Wenn ich mir so ansehe, was in kurzer Zeit allein für die Bundeswehr gefixt wurde: Balkenkreuze durch Eisernes Kreuz ersetzt, Jets günstiger, Gepard buff, Roland 2 buff, Leopard 1 buff, Kostensenkungen bei den schweren Panzern, Kompetenzklärung bei der Infanterie (CQC PzGren) mit günstigeren Mardern... und immernoch keine Phantom. :D Mist! :lol: Aber man braucht ja ein Fernziel.

Dafür neue Sounds, neue visuelle Effekte, Skins und nicht zu vergessen ähnliche Veränderungen wie bei der BW für viele andere Armeen. Ich finde einfach toll zu sehen, dass es etwas bringt mit den Entwicklern in Dialog zu treten, Änderungen begründet vorzuschlagen und auch Ergebnisse zu erhalten. Nicht alles wird immer berücksichtigt, klar, aber es wurde durch die Threads u.a. von Spielführer¹ schon einiges erreicht und viele "Mängel abgestellt". Kein schlechtes Zwischenergebnis wie ich finde, auch wenn es wie beim Heimwerker natürlich immer etwas zu tun(en) gibt... ;)

Was denkt ihr? Entwickelt sich ALB erwartungsgemäß, sogar besser vielleicht oder seid ihr so enttäuscht, dass ihr noch schnell euer Geld zurückfordert?
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Re: Auf der Zielgeraden

Postby Always Ultra » Sat 25 May 2013 15:49

Ich freu mich auch wie ein Schnitzel auf die Final und finds wirklich "Geil" zu sehn wie fast jeden Tag ein Patch kommt und Eugen schraubt und schraubt und schraubt.

Nach all der Frustration mit der ich mir den Gamingbereich ansehe, darf ich jetzt mit erleben wie gleich 2 nicht Indie Entwickler richtig Ranklotzen (Die 2. sind Bohemia mit ArmA 3).

ABER:
1. So schnell wie Eugen hier Balanced kann ich garnicht spielen und testen um da eine Aussage zu treffen ob ich das auch alles für so gut halte und reale vergleiche, ob nun sinnig oder nicht, kann ich leider nicht stellen. Ich hab wirklich 0 ahnung von dem ganzen Zeug. Allerdings hab ich echt vertrauen und die Jungs und Mädels von Eugen.

2. Ich habe mir selten für ein Spiel so sehr Mod Tools gewünscht wie für Wargame. Selbst wenn das Grundspiel total verhunzt sein sollte, bietet es glaube ich eine grandiose Basis.

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Re: Auf der Zielgeraden

Postby Flieger » Sat 25 May 2013 16:14

Licht und Schatten.

Die meisten der Änderungen sind nicht Bw-spezifisch, aber in der Tat lobenswert. Es bleibt auch neben fehlenden Einheiten dennoch viel Arbeit, was – wie ich schon mal sagte – völlig verständlich ist.
Die Kommunikation mit den Entwicklern ist gut, jedoch würde ich sie nicht über den grünen Klee loben. Da gibt es bessere Beispiele, auch bei großen Firmen. Wohlgemerkt: ich finde die Kommunikation Eugens mit den Fans gut, nur eben nichts, was besonders gut wäre. Dass die Phantom fehlt z.B. wäre einfach zu vermeiden gewesen, hätten sie nur früher mit den Einheiten rausgerückt... Aber einfach etwas präsentieren, das fehlerhaft ist, und dann Lob erwarten – so nicht!

Es ist schön, dass klare Fehler auf anderen Ebenen (skins z.B.) zumindest zum Teil adressiert werden, für mich allerdings auch selbstverständlich. Das ist der Sinn einer open beta.

Ich bleibe wohl beim Kauf, bleibe aber auch kritisch – ganz besonders, weil ich kaufe.

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Re: Auf der Zielgeraden

Postby Knautscher » Sat 25 May 2013 21:26

Hm, also abgesehen von Bohemia Interactive und Overkill habe ich glaube ich noch nie so regen (und in Änderungen resultierenden) Austausch von Entwicklern und Kunden gesehen. Auch die 25% Rabattaktion für W:EE Kunden, der allgemein günstige Preis für ein Spiel dieses Umfangs und die freundlichen und zügigen Antworten des Teams hat man nicht überall, ist so meine Erfahrung. Auch die pre-order beta - obwohl es die mittlerweile häufig gibt - ist nicht immer verfügbar.¹ Insofern ist es für mich also schon besonders - aber vielleicht kenne ich einfach zu wenig Entwickler, das mag sein. Was für bessere Beispiele bei großen Firmen meinst du denn, Flieger?

Dass 2-3 Einheiten fehlen - egal wie ikonisch sie sein mögen - macht das Produkt für mich nicht sofort fehlerhaft. Es ist nunmal nicht "Bundeswargame". Über den Mangel am berüchtigten Schützenpanzer HS.30 lang, hat sich zB niemand aufgeregt, obwohl der eigentlich eine Option für PzGren sein müsste. Ärgerlich ist der Fehler ohne Frage und er hätte in der Tat leicht verhindert werden können. Die gegebenen Erklärungen (Designentscheidungen, die früh getroffen wurden) und Entschuldigungen (Recherchefehler, andere Prioritäten) halte ich aber für nachvollziehbar und sage dazu mit norddeutscher Unaufgeregtheit: "Wat sallst maaken? Nu is dat to laat."
Zudem besteht ja durchaus die Chance, dass das ganze gefixt wird (z.B. indem man den Starfighter gegen die Phantom tauscht). Ich denke nachdem der Releasestress durch ist und die gröbsten Schnitzer beseitigt sind, kann man diese realistische Möglichkeit erneut an die Entwickler herantragen.
Man sollte sich aber darauf einstellen, dass weder Redeye noch Phantom das angedachte Balancing ändern werden, selbst wenn sie eingeführt werden. Aus den genannten Gründen² soll Deutschland nunmal vor allem am Boden aktiv sein, da bleibt uns denke ich nichts anderes als wahlweise mit den Zähnen zu knirschen oder über das froh zu sein, was wir bekommen.

Ich glaube jedoch wenn wir weiter fleißig und sachlich melden wo es in den verfügbaren Einheiten hakt, können wir als Spieler durchaus das ein oder andere am Balancing drehen.

@Always Ultra: Mods wären in der Tat der Hammer. Beide Weltkriege, aber auch zB sci-fi settings wie Warhammer 40,000 wären zB perfekt für diesen Maßstab. Aber das wird wohl immer ein Traum bleiben... :/

___________________________
¹Mir ist hier schon klar, dass wir quasi unbezahlte "Tester" sind. Im Gegenzug erhalten wir jedoch Unterhaltung und können ja auch jederzeit vor dem Release unser Geld zurückverlangen.
²keine Bevorzugungen, keine all-rounder "minor nations", bereits starke INF und TNK Auswahlen
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Re: Auf der Zielgeraden

Postby Legatus999er » Sun 26 May 2013 15:40

ich schliesse mich dem vorposter an, es dreht sich in dem spiel ja immernoch um den kalten krieg und die beiden supermächte!
wenn die "schussfang" staaten genauso viel feuerpower aufbringen können in allen bereichen, wozu dann noch usa und sowjet einfügen?
die bundeswehr hat mit dem leo 2 einen sehr starken panzer und halt einen boden angriffs fokus.
im kalten krieg hätte deutschland auch nie alleine kämpfen müssen, genau wie die ddr usw.
ich finde die jetzige lösung doch schon sehr gut.
sicherlich hat man im 1 vs 1 schwächen mit den minors, aber in grösseren spielen kann man sich durch geschicktes auspielen der stärken dann auch hervortun. ich denke mal das sich das alles einspielen wird, aber hier einfach von einigen zuviel erwartet wird. das ist hier immerhin keine 1 zu 1 kriegssimulation, sondern es sollte ja auch etwas herrausfordern sein.
für alles andere wartet mal 1-2 monate ab.
ich denke das dann erst wirklich tiefgründig diskutiert werden kann ob die MEHRHEIT zufrieden ist oder ob nachgebessert wird.

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Re: Auf der Zielgeraden

Postby Flieger » Sun 26 May 2013 17:36

Knautscher wrote:Was für bessere Beispiele bei großen Firmen meinst du denn, Flieger?


Ich möchte noch einmal klarstellen, dass ich die Kommunikation von EUG mit den Fans nicht für schlecht halte. Es geht um das besonders Gute, also etwas herausragendes. Ich spiele nicht besonders viele Spiele, aber bei denen, die ich kenne, ist es normal, dass die Entwickler sich in Foren mit den Fans austauschen: MG (IL-2 – legendär: die Diskussion des lead designers Oleg mit den deutschen Spielern um das Fw-190 Cockpit; oder seine Versuche, den Amis klarzumachen, dass die P-51 nicht alles am besten konnte...), TK (Strike Fighters), ED (DCS)... Selbst Blizzard nimmt die Wünsche der community an und setzt sie oft genug um, so gesehen beim hier viel gescholtenen SCII. Klar läuft es dort anders, schon allein weil die community 1000x größer und 10x unreifer ist, aber prinzipiell werkelt heutzutage kaum mehr ein Entwickler in dunklen Kellern und ignoriert Fans. Gerade die Open Beta von HotS lief bei Blizzard im Ergebnis auf das raus, was Eugen jetzt macht.

Wie gesagt, ist nicht schlecht, aber zum Prädikat fehlen mir noch ein paar Dinge, z.B. dass sie die Einheiten früher als WIP präsentiert hätten, und nicht erst spät als final. ... so wie Blizzard z.B. ...



Knautscher wrote:Man sollte sich aber darauf einstellen, dass weder Redeye noch Phantom das angedachte Balancing ändern werden, selbst wenn sie eingeführt werden.


Hoffentlich: weiterhin läge die Stärke in den gepanzerten Spitzen, die Flugabwehr und Luftwaffe wären weiterhin relativ schwach. Der größte Unterschied mit Redeye und Phantom im Spiel wäre, dass die Spielbarkeit des W-deutschen Decks erleichtert würde und es einen weiteren 'minor' besser spielbar machen würde. Was daran falsch sein sollte, ist mir ein Rätsel, zumal es seinem historischen Vorbild besser entspräche.

Ich erwarte kein Bundeswargame, bei dem auch relativ unbekannte und unwichtige Bw-Einheiten vertreten sind. Der SPz HS 30 wäre so eine Einheit: sie wurde 1971 in die hinterste Reserve verbannt und war zehn Jahre später nirgends mehr in zu finden. Und das soll mit der Phantom vergleichbar sein? Dem einzigen, one and only Jäger der Bw von 1974 bis 2006? WAB spielt von 1975-1985. HS 30 und F-4F sind demnach zwei völlig verschiedene Fälle. Statt die Phantom zu haben, müssen wir Unsinn spielen, wie die rostige F-104 anno 1985 auf die Jagd zu schicken. Es gibt viele Dinge, die ich ohne Murren hinnehme, wie z.B. fehlende RF-4E, aber das ist ein Unding.

Zum game design: mir kann niemand erzählen, es sei geplant gewesen, minors durch völlig willkürliches Weglassen bestimmter Einheiten künstlich zu schwächen und somit eine Hauptneuerung gegenüber dem Vorgänger ad absurdum zu führen. Nach dem Motto: Klar könnt ihr mit Euren nationalen Decks spielen. Ach übrigens, die sind für competetive gaming nutzlos, wenn ihr nicht gerade Amis oder Sowjets seid. Nicht etwa, weil das historisch so wäre. Nein, wir dachten einfach, es sei dem Spielwert zuträglich, willkürlich ein paar essentielle Einheiten wegzulassen
Ich rede auch nicht davon, alle Nationen gleich zu machen. Abgesehen von der USA und der UdSSR hatten alle anderen Nationen bestimmte Stärken und Schwächen, mal mehr, mal weniger – diese akkurat wiederzugeben halte ich für wesentlich reizvoller als irgendwelche willkürlich gesetzten Schwächen als feature zu präsentieren. Mir erschließt sich nicht im entferntesten, wie jemand willkürliche Schwächen einem historisch fundierten Deck vorziehen und als game design verteidigen kann.
Es ist und bleibt ein Fehler resultierend aus mangelhafter Recherche, der wir auch andere Fehler zu verdanken haben.

Das Argument, dass die Bw nie allein gekämpft hätte, bedarf einerseits der Differenzierung und ist andererseits ein historisches Argument. Wenn man damit argumentiert, wie das historische Vorbild der in-game Bw plante zu kämpfen, muss man auch berücksichtigen, womit sie plante zu kämpfen. Klar, die Kooperation mit den Decks anderer Nationen ist schön und funktioniert bei eingespielten Teams vielleicht sogar, aber sie würde wohl kaum schlechter werden, wenn alle Nationen ihre historischen Stärken und Schwächen haben.

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Re: Auf der Zielgeraden

Postby Spielführer » Sun 26 May 2013 18:06

Knautscher wrote:Moin!
Nicht alles wird immer berücksichtigt, klar, aber es wurde durch die Threads u.a. von Spielführer¹ schon einiges erreicht und viele "Mängel abgestellt". Kein schlechtes Zwischenergebnis wie ich finde, auch wenn es wie beim Heimwerker natürlich immer etwas zu tun(en) gibt... ;)


Danke das ich sogar namentlich erwähnt werde. :D

Ich finde das Spiel einfach genial und es wurde ja auch viel zu gunsten der Bundeswehr getan.
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Re: Auf der Zielgeraden

Postby Knautscher » Mon 27 May 2013 11:50

Flieger wrote:
Knautscher wrote:Was für bessere Beispiele bei großen Firmen meinst du denn, Flieger?


Ich möchte noch einmal klarstellen, dass ich die Kommunikation von EUG mit den Fans nicht für schlecht halte.
Es geht um das besonders Gute, also etwas herausragendes. Ich spiele nicht besonders viele Spiele, aber bei denen, die ich kenne, ist es normal, dass die Entwickler sich in Foren mit den Fans austauschen: MG (IL-2 – legendär: die Diskussion des lead designers Oleg mit den deutschen Spielern um das Fw-190 Cockpit; oder seine Versuche, den Amis klarzumachen, dass die P-51 nicht alles am besten konnte...), [...]


Stimmt, hatte ich nicht mehr auf dem Zettel. Hier hat die Zusammenarbeit wirklich gut funktioniert. Ich war allerdings auch nie sehr aktiv in der IL-2 Community und habe das ganze immer nur so aus der Ferne mitbekommen, obwohl ich zwischenzeitlich viel online geflogen bin. Das einzige, was sich in dieser Hinsicht wirklich bei mir eingebrannt hat, ist dieser Thread (Link), in dem sich auf sehr humorvolle Art und Weise über die enormen Flugleistungen der La-7 aufgeregt wird und dessen Lektüre ich wärmstens empfehlen kann. Sibirische Titanfichte. Mehr möchte ich nicht verraten. :D

Flieger wrote:[...] TK (Strike Fighters), ED (DCS)... Selbst Blizzard nimmt die Wünsche der community an und setzt sie oft genug um, so gesehen beim hier viel gescholtenen SCII. Klar läuft es dort anders, schon allein weil die community 1000x größer und 10x unreifer ist, aber prinzipiell werkelt heutzutage kaum mehr ein Entwickler in dunklen Kellern und ignoriert Fans. Gerade die Open Beta von HotS lief bei Blizzard im Ergebnis auf das raus, was Eugen jetzt macht.

Wie gesagt, ist nicht schlecht, aber zum Prädikat fehlen mir noch ein paar Dinge, z.B. dass sie die Einheiten früher als WIP präsentiert hätten, und nicht erst spät als final. ... so wie Blizzard z.B. ...


Okay, das war mir so nicht klar. Eagle Dynamics und Blizzard sind mir zwar ein Begriff, als außerordentlich Kundenfreundlich/Nutzerorientiert waren mir jedoch beide (vor allem letzterer) nicht bekannt.


Flieger wrote:
Knautscher wrote:Man sollte sich aber darauf einstellen, dass weder Redeye noch Phantom das angedachte Balancing ändern werden, selbst wenn sie eingeführt werden.


Hoffentlich: weiterhin läge die Stärke in den gepanzerten Spitzen, die Flugabwehr und Luftwaffe wären weiterhin relativ schwach. Der größte Unterschied mit Redeye und Phantom im Spiel wäre, dass die Spielbarkeit des W-deutschen Decks erleichtert würde und es einen weiteren 'minor' besser spielbar machen würde. Was daran falsch sein sollte, ist mir ein Rätsel, zumal es seinem historischen Vorbild besser entspräche.


Meinst du das in der Hinsicht, dass Manpads und ein zuverlässigerer Jäger die Bundeswehr von der (unter Umständen sehr Micro-intensiven) Radar-only-AA wegbringen könnten? Das wäre mit Sicherheit der Fall, ich kann mir aber vorstellen, dass die Phantom im Vergleich zum Starfighter - jetzt mal ganz pauschal gesagt - lediglich bessere ECM und eine Preiserhöhung bekommt. Zugänglicher - weil weniger micro belastet - wäre die Flugabwehr damit allerdings. Habe ich dich richtig verstanden? Meinst du das mit "besser spielbar"?


Flieger wrote:Ich erwarte kein Bundeswargame, bei dem auch relativ unbekannte und unwichtige Bw-Einheiten vertreten sind. Der SPz HS 30 wäre so eine Einheit: sie wurde 1971 in die hinterste Reserve verbannt und war zehn Jahre später nirgends mehr in zu finden. Und das soll mit der Phantom vergleichbar sein? Dem einzigen, one and only Jäger der Bw von 1974 bis 2006? WAB spielt von 1975-1985. HS 30 und F-4F sind demnach zwei völlig verschiedene Fälle. Statt die Phantom zu haben, müssen wir Unsinn spielen, wie die rostige F-104 anno 1985 auf die Jagd zu schicken. Es gibt viele Dinge, die ich ohne Murren hinnehme, wie z.B. fehlende RF-4E, aber das ist ein Unding.


Der HS.30 war nur ein Beispiel für eine bekannte Einheit die nicht im Spiel ist. Natürlich ist er von seiner militärischen Relevanz nicht mit dem Phantom zu vergleichen. Wäre der F-104 auch im V-Fall nicht genutzt worden? Ich meine, dass die Witwenmacher eigentlich Flugverbot hatten. Wäre das auch so geblieben?

Flieger wrote:Zum game design: mir kann niemand erzählen, es sei geplant gewesen, minors durch völlig willkürliches Weglassen bestimmter Einheiten künstlich zu schwächen und somit eine Hauptneuerung gegenüber dem Vorgänger ad absurdum zu führen. Nach dem Motto: Klar könnt ihr mit Euren nationalen Decks spielen. Ach übrigens, die sind für competetive gaming nutzlos, wenn ihr nicht gerade Amis oder Sowjets seid. Nicht etwa, weil das historisch so wäre. Nein, wir dachten einfach, es sei dem Spielwert zuträglich, willkürlich ein paar essentielle Einheiten wegzulassen
Ich rede auch nicht davon, alle Nationen gleich zu machen. Abgesehen von der USA und der UdSSR hatten alle anderen Nationen bestimmte Stärken und Schwächen, mal mehr, mal weniger – diese akkurat wiederzugeben halte ich für wesentlich reizvoller als irgendwelche willkürlich gesetzten Schwächen als feature zu präsentieren. Mir erschließt sich nicht im entferntesten, wie jemand willkürliche Schwächen einem historisch fundierten Deck vorziehen und als game design verteidigen kann.
Es ist und bleibt ein Fehler resultierend aus mangelhafter Recherche, der wir auch andere Fehler zu verdanken haben.


Es ist ein Fehler - zumindest aus deiner Perspektive. Ich vermute stark, dass Eugen das ganze anders sieht. Aus der Sicht des Entwicklers wird es kein Fehler, sondern eine Designentscheidung gewesen sein. Und ja, ich glaube Minor Nations sollen schwierig spielbar im 1v1 sein, darin liegt die Herausforderung der Selbstbeschränkung und für diesen Nachteil erhält man den entsprechenden Bonus. Stein-Schere-Papier auf Ebene der Battlegroups, quasi; die Steinnation hat vielleicht nur 1-2 Auswahlen Schere, ist also eigentlich auf einen Mitspieler mit Scherennation angewiesen um gegen ein Papierlastiges Deck zu gewinnen. Man kann natürlich auch einfach das Schnickschnackschnuck-Bündnis spielen und hat Zugriff auf alle Bereiche. Diese Entscheidung die Fähigkeiten der Nationen einzuteilen ist nicht rein historisch basiert, sondern im "Spiel" begründet.

Trotz aller Liebe zum Detail hie und da: W:AB ist kein komplexer Simulator, sondern eben nur ein Spiel. Eine völlig korrekte Abbildung der historischen Stärken und Schwächen ist zwar, wie du dargestellt hast, eine reizvolle Idee, steht vermutlich jedoch in keinem guten Verhältnis von Aufwand zu Nutzen und kann nur Näherungsweise erreicht werden.
Ich stelle hier nur Vermutungen an, aber ich denke Eugen hat sich für die Lösung entschieden, die mit dem verfügbaren Budget, in der zur Verfügung stehenden Zeit mit dem vorhandenen Personal am besten umsetzbar war. Dabei ist die 1 Nation = 1 Stärke, 1 Schwäche Lösung herausgekommen, die sich auf grobe Einsatzweisen/Schwerpunkte beschränkt. Stumpf gesagt: Frankreich - Hit&Run, Deutschland - Panzer, Norwegen - Infanterie etc.

Hinzu kommt, dass kleinere Minor Nations (zB Dänemark) mit den größeren Minor Nations (zB Deutschland) in Balance sein müssen. Ein Däne möchte mit einem dänischen Deck ähnlich gute Chancen haben zu gewinnen wie ein Deutscher mit seinem deutschen Deck. Damit das passiert, muss man bei der Bundeswehr kürzen. Eine realistische Abbildung würde vermutlich zu Frustration oder gar zu der Frage führen, warum Dänemark überhaupt abgebildet sei, wenn es nicht gewinnen könne. Ich vermute, dass die Ebnung des Spielfeldes für die verschieden großen, verschieden schwer gerüsteten Nationen diese nicht-historischen Kürzungen und Lösungen erforderlich gemacht hat.

Meine Einschätzung ist, dass sich an dieser im Spielprinzip statt in der Geschichte begründeten Aufteilung der Balance nichts ändern wird. Maximal werden Einheiten ausgetauscht werden, aber ich bezweifle, dass Eugen einzelne Nationen unabhängiger machen wird.

Flieger wrote:Das Argument, dass die Bw nie allein gekämpft hätte, bedarf einerseits der Differenzierung und ist andererseits ein historisches Argument. Wenn man damit argumentiert, wie das historische Vorbild der in-game Bw plante zu kämpfen, muss man auch berücksichtigen, womit sie plante zu kämpfen. Klar, die Kooperation mit den Decks anderer Nationen ist schön und funktioniert bei eingespielten Teams vielleicht sogar, aber sie würde wohl kaum schlechter werden, wenn alle Nationen ihre historischen Stärken und Schwächen haben.


Auch bei nicht so eingespielten Teams funktioniert das gegenseitige Ergänzen ganz gut - ist meine Erfahrung. Spielst du viel public bzw. 1v1? Ich gewinne zwar nun auch nicht ständig, fahre aber mit meinem BW Deck doch immer wieder Siege ein. Ich spiele meist in 2v2 oder 3v3 mit meinen Teampartnern via Mumble/Skype.

Ich meine übrigens mit alledem nicht, dass ich alles genauso sehe wie Eugen. Ich versuche nur nachzuvollziehen, warum die Entscheidungen getroffen wurden, wie sie getroffen wurden. Was für uns wie eine fiese Benachteiligung wirkt, kann im Gesamtkonzept ja vielleicht funktionieren.
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Re: Auf der Zielgeraden

Postby gealany » Mon 27 May 2013 14:56

@Flieger

Du tust gerade so, als sei das deutsche Deck nicht spielbar. Das ist aber nicht der Fall. Ich kenn mich ehrlich gesagt mit dem ganzen historischen Schnick-Schnack nicht aus und es interessiert mich auch nicht wirklich. Mir ist es wichtig, dass das Spiel gut gebalanced ist, es technisch einwandfrei läuft und Spass sollte es natürlich auch machen.

Ob da nun diese Drecks-Phantom drin ist oder nicht, interessiert 95% der Spieler überhaupt nicht. Spielerisch hat das null Auswirkung. Ich möchte nicht sagen, dass ich ein sehr guter Wargame-Spieler bin, aber zumindest hab ich das Prinzip verstanden und weiss was ich tue. Ich kann dir sagen, dass ich in der Regel keinerlei Probleme mit meinem Gegner habe, wenn ich das deutsche Deck spiele. Ich kann dir auch sagen, dass ich gelegentlich sogar komplett ohne Flugzeuge spiele (auch andere Nationen) und trotzdem gewinne. Die Flugzeuge sind nämlich nur ne Ergänzung und nicht das Hauptspielelement.

Ohne dich persönlich angreifen zu wollen, aber das was du hier schreibst geht schon fast in Richtung Trollerei. Denn für dich gibt es nur dieses eine Thema. Du schreibst über nichts anderes. Die Bundeswehr ist benachteiligt weil die Phantom nicht da ist. Der Entwickler ist faul, ungenau und dann auch noch uneinsichtig. Mimimi hier und Mimimi da. Ich kanns echt nimmer lesen.

Außerdem ist es vermessen hier ne These aufzustellen, wonach es die BW mit der Phantom soviel leichter hätte, wenn es diese noch überhaupt nicht im BW-Deck gegeben hat.

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Re: Auf der Zielgeraden

Postby noDestiny » Mon 27 May 2013 20:38

gealany wrote:@Flieger

Ob da nun diese Drecks-Phantom drin ist oder nicht, interessiert 95% der Spieler überhaupt nicht. Spielerisch hat das null Auswirkung. Ich möchte nicht sagen, dass ich ein sehr guter Wargame-Spieler bin, aber zumindest hab ich das Prinzip verstanden und weiss was ich tue. Ich kann dir sagen, dass ich in der Regel keinerlei Probleme mit meinem Gegner habe, wenn ich das deutsche Deck spiele. Ich kann dir auch sagen, dass ich gelegentlich sogar komplett ohne Flugzeuge spiele (auch andere Nationen) und trotzdem gewinne. Die Flugzeuge sind nämlich nur ne Ergänzung und nicht das Hauptspielelement.

Ohne dich persönlich angreifen zu wollen, aber das was du hier schreibst geht schon fast in Richtung Trollerei. Denn für dich gibt es nur dieses eine Thema. Du schreibst über nichts anderes. Die Bundeswehr ist benachteiligt weil die Phantom nicht da ist. Der Entwickler ist faul, ungenau und dann auch noch uneinsichtig. Mimimi hier und Mimimi da. Ich kanns echt nimmer lesen.


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Das meinte ich auch in dem anderen Thread, aber da scheint mich ja Flieger nicht verstanden zu haben.

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